Gut zu wissen: Häufige Fragen zum Energiebutler
Nein, den Energiebutler gibt es bislang nur als Prototyp, welcher im Rahmen von Feldtests aber zur Marktreife geführt werden soll. Variable Tarife bietet MVV Energie derzeit noch nicht an.
Nein, nicht direkt. Im Praxistest geht es eher darum, den Stromverbrauch transparent darzustellen und zeitlich zu verschieben. Allerdings hat diese Form des Energiemanagements auch einen ökologischen Aspekt: Wenn viele Verbraucher Strom bewusster einsetzen und ihren Stromverbrauch verschieben, benötigen wir in Deutschland weniger Kraftwerke. Außerdem kann Strom aus regenerativen Energien, vor allem aus Wind- und Sonnenenergieanlagen, genau dann verbraucht werden, wenn er erzeugt wird.
Üblicherweise wird der Stromzähler nur einmal im Jahr abgelesen. Der Kunde zahlt über das Jahr Abschläge an seinen Versorger, die sich aus dem Verbrauch des Vorjahres errechnen. Der monatliche Verbrauch wird also geschätzt. Bei einer verbrauchsscharfen Darstellung und Abrechnung wird der Stromverbrauch viertelstündlich angezeigt und der Verbrauch monatlich in Rechnung gestellt. Voraussetzung für diese genaue Abrechnung ist ein moderner Zähler, ein Smart Meter, der aus der Ferne vom Versorger automatisch abgelesen werden kann.
Das Lastprofil oder der Lastgang bezeichnen in der Energieversorgung den zeitlichen Verlauf der abgenommenen Leistung (z. B. der elektrischen Leistung oder der Gas-Leistung) über eine zeitliche Periode. Der Lastgang unterliegt in der Regel starken Schwankungen, die wiederum von der Uhrzeit, dem Wochentag oder auch der Jahreszeit abhängen.
Die Erzeugung von Strom passt sich immer der schwankenden Nachfrage an, da immer genau gleich viel elektrische Energie in das Netz eingespeist und entnommen werden muss. Am günstigsten produzieren die so genannten Grundlastkraftwerke, u.a. Braunkohle-, Wasser und Atomkraftwerke. Diese decken den vorhandenen Grundbedarf aller Stromkunden ab. Steigt der Strombedarf, werden nacheinander Mittel- und Spitzenlastkraftwerke zugeschaltet, wie beispielsweise Gas- oder Pumpspeicherkraftwerke. Die teurere Produktion in diesen Kraftwerken schlägt sich auf den aktuellen Strompreis an der Strombörse nieder.
Der Verbraucher bekommt mit dem Energiebutler eine vollständige Übersicht über seinen Stromverbrauch im Haushalt und kann teure Stromfresser im Haushalt identifizieren. Durch das bequeme, weil automatisierte, Verschieben von Stromverbräuchen in Zeiten günstiger Stromtarife kann Geld eingespart werden.
Wenn viele Kunden ihren Stromverbrauch in Zeiten verlagern, in den ein Überangebot an Strom besteht, müssen Energieversorger keinen teuren Spitzenlaststrom einkaufen. Dieser Preisvorteil im Einkauf kann an den Kunden weiter gegeben werden.
Ja, denn eine geringere Schwankung des Strombedarfs hat zur Folge, dass insgesamt weniger (teure) Kraftwerkskapazität für Spitzenlastzeiten vorgehalten werden muss. Es muss also weniger Kapital in nur selten gebrauchte Kraftwerke investiert werden, während die vorhandenen Kraftwerke besser ausgenutzt werden können.