Bestandteile des Strompreises
Im Jahr 2010 machen staatliche und gesetzliche Belastungen 45 % der privaten Stromrechnung aus. Zu diesen Belastungen gehören Strom- und Umsatzsteuer, Abgaben zur Förderung von Erneuerbaren Energien und Konzessionsabgaben.
Zugleich entfallen weitere 34 % des Strompreises für Privatkunden auf Erzeugung und Einkauf sowie Vertrieb und Marketing des Stroms. Die Kosten sind vor allem abhängig von den Großhandelspreisen und bilden sich an den Strombörsen nach Angebot und Nachfrage. Weitere Faktoren sind Brennstoffpreise, Kraftwerkskapazitäten, Wetter und die durch Windkraft produzierten Strommengen.
Den letzten Bestandteil des Strompreises bilden mit 21 % die Kosten für die Nutzung des Netzes.

Staatsanteil erhöht sich ständig
Im Jahr 2011 werden alle staatlichen Steuern und Abgaben für Stromkunden nach Schätzungen des Bundes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) auf über 22 Milliarden Euro ansteigen. Seit der Liberalisierung des Strommarktes 1998 wird damit die Steuerbelastung für die Kunden um mehr als das Achtfache angestiegen sein.
Besonders die gesetzlich garantierte Förderung der Erneuerbaren Energien führt zu steigenden Strompreisen. Allein die Belastungen aus der EEG-Umlage werden nach Angaben des BDEW im Jahr 2010 für die Kunden voraussichtlich 8,2 Milliarden Euro betragen und im Jahr 2011 dann voraussichtlich auf 13,5 Milliarden steigen.
Für eine dreiköpfige Familie in Mannheim, die CLASSICA Strom von MVV Energie nutzt und 3.000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, gilt:
- von den etwa 796 Euro Stromkosten sind 355 Euro staatliche Lasten
- damit wächst die staatliche Belastung von circa 10 Euro monatlich zu Beginn der Liberalisierung auf circa 30 Euro monatlich im Jahr 2011.

Stand: November 2010

